Als Verband die Sichtbarkeit des Freien Lektorats erhöhen

Ein weiteres Mitglied des in Nürnberg gewählten VFLL-Vorstands ist Georg-D. Schaaf. Georg war in der Vergangenheit schon Regionalgruppensprecher in Jena, inzwischen lebt und arbeitet er in Münster. Im Interview offenbart er, was er beruflich mit theologischen Fachzeitschriften zu tun hat, welches Herzensthema er während seiner Amtszeit vorantreiben möchte, und dass er zur Entspannung gern Wildpferde beobachtet.

Seit wann bist du Mitglied im VFLL? Was schätzt du am meisten in diesem Netzwerk?

Seit 2012. Anfangs waren es gewisse Sonderkonditionen des VFLL bei einem großen Versicherungskonzern, die abzugreifen ich damals für sinnvoll hielt – aber bisher nie gebraucht habe. Sodann der kollegiale Austausch zu den verschiedensten Gelegenheiten, der mittlerweile fast Suchtqualitäten hat.

Du wurdest auf der Mitgliederversammlung im September neu in den Vorstand gewählt. Warst du vorher schon im Verband aktiv?

Ja, von Ende 2013 bis Anfang 2015 als Sprecher der Regionalgruppe Jena und von Sommer 2015 bis Anfang 2018 als Delegierter für den Regionalrat der Regionalgruppe Rhein/Ruhr.

Welches Aufgabengebiet hast du übernommen? Kannst du deine beruflichen Schwerpunkte und persönlichen Interessen einbringen?

Wahnsinn: gleich drei Sachen. Zum einen – mit Inken Kiupel – die innere und äußere Verbandskommunikation oder im offiziellen Sprech: „Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Werbung, interne Kommunikation“; zum anderen – mit Sabrina Kröll – die Publikationen des Verbandes und schließlich die Fortbildung. In allen drei Bereichen liegt die hauptsächliche Arbeit in guten, bewährten Händen tatkräftiger und ideenreicher Kolleginnen und Kollegen.

Da bleibt mir zunächst einmal kaum etwas anderes übrig als zuzuschauen und zu lernen.

Gute Arbeit will gut beworben und verkauft werden. Aufgabe des Verbandes ist es daher auch, die Mitglieder dabei so weit wie möglich zu unterstützen. Die Mittel, die Sichtbarkeit des Freien Lektorats in der Öffentlichkeit und in den Medien zu erhöhen, sind vielfältig: Alle drei genannten Bereiche spielen da auf unterschiedliche Weise mit hinein. Je intensiver und reibungsloser dabei die Kommunikation zwischen den Mitgliedern, den jeweiligen Arbeitsgruppen und den Gremien des VFLL, desto größer ist der Erfolg.

Zur zweiten Frage: Berufliche und ehrenamtliche Erfahrungen gehen Hand in Hand. Vom Texten habe ich dabei allerdings noch am wenigsten Ahnung: Ich packe eher immer zu viel in Werbetexte, jedenfalls wenn ich etwas über eine eigene Veranstaltung schreibe.

Gibt es ein (Herzens-)Thema, um das du dich im Verband während deiner Amtszeit besonders kümmern willst?

Mein Wunsch ist es, unter den Kolleginnen und Kollegen das Bewusstsein zu stärken, dass die Teilnahmegebühr für Fortbildungen eine gute und zukunftsträchtige Investition ist. Die Pein, die manche dabei verspüren, ist deshalb meist nur von kurzer Dauer: Schon am Ende eines Seminars überwiegt oft die Einschätzung, dass sich die Ausgabe mehr als gelohnt hat – von dem persönlichen und arbeitspraktischen Austausch mit den übrigen Teilnehmenden ganz abgesehen.

Verrätst du uns dein schönstes VFLL-Erlebnis?

Nächste Frage bitte, das behalte ich lieber für mich … Aber verraten will ich zumindest, dass ich durch dieses Erlebnis die Klausurtagung in Kassel sehr schätzen gelernt habe. Der Verband (über-)lebt nur, wenn er nicht nur in seinen Gremien funktioniert, sondern den kollegialen und freundschaftlichen Austausch bewusst fördert.

Erzählst du uns noch etwas zu deiner Arbeit? Hast du einen Arbeitsschwerpunkt als Lektor?

Das schwankt: Ein beständiger Teil ist das erweiterte Korrektorat. Drei- bis viermal im Jahr kommen Layoutaufträge hinzu. Was das von mir angebotene Fachlektorat angeht, ist es etwa so wie mit den Verheißungen in meinem Archäologiestudium: Man wollte keine Fachidiot*innen heranbilden, sondern Generalist*innen, die sich selbstständig auch andere Fachgebiete aneignen können: Seit 2018 betreue ich etwa eine theologische Fachzeitschrift.

War dir dein Beruf schon bei der Auswahl deiner Studienfächer klar? Oder hast du eine Ausbildung gemacht? Wie bist du zum Lektorat gekommen?

Erste Frage: Nein.

Zweite Frage: Auch nein, von Weiterbildungen im Beruf abgesehen.

Dritte Frage: Der Anfang war sehr holprig. Nach Ende des Studiums war es eine Möglichkeit, Geld zu verdienen. Im Studium gab es einen Freundeskreis, in dem wir alle schriftlichen Arbeiten untereinander gegengelesen haben, egal welches Fachgebiet. Dann hatte ich für meinen kleinen Berufsverband, die Arbeitsgemeinschaft Christliche Archäologie (AGCA), ein paar Jahre ehrenamtlich die Gesamtherstellung des Mitgliederheftes inne. Daraus ergab sich ein schöner Auftrag für Lektorat und Satz einer archäologischen Publikation, der Lust auf mehr gemacht hat.

Arbeitest du zu Hause oder hast du ein externes Büro? Warum?

Zu Hause. Mit dem Laptop mache ich bei Bedarf den Wohnzimmertisch, den Küchentisch oder einen stillen Arbeitsraum in der hiesigen Universität zum externen Büro. Im Moment genügt mir das vollkommen.

Dürfen wir mal einen Blick auf deinen Schreibtisch werfen? Ein Foto wäre toll! Welcher Arbeitstyp bist du: Stapler oder Sortierer?

Ich antworte besser an-ikonisch: bin eher ein Stapler mit dem sicheren Wissen, wo ich die wichtigen Sachen schnell wiederfinde.

Was machst du, um den Kopf frei zu kriegen? Kannst du gut abschalten? Hast du Tipps?

Verschiedenes: mich mit meinem Lesepartner bei einem Tee auf die nächste Lesung vorbereiten; stundenlang den Wildpferden in Dülmen zuschauen; mit Bekannten eine tolle Kunst- oder Technikausstellung besuchen; Wildobst pflücken und verarbeiten; kochen.

Was möchtest du unbedingt noch loswerden?

Fragt mich noch einmal in einem halben Jahr.

Interview: Katja Rosenbohm

Foto (Porträt): © Georg D. Schaaf / Kirsten Krumeich


Georg D. Schaafs Website und Profil im Lektorenverzeichnis


Weitere Interviews der Reihe:
Inken Kiupel
Ute Gräber-Seissinger
Sabrina Kröll
Claudia Lüdtke

 

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