VFLL intern: Die Regionalgruppe Bayern hat gewählt!

Im Februar wählte die Regionalgruppe Bayern ein neues Sprecherinnenteam. Gewählt wurden Dr. Mirjam Heintzeler als 1. Sprecherin und Katrin Pollems-Braunfels als 2. Sprecherin. Katja Treu vertritt die Regionalgruppe erneut für die nächsten beiden Jahre als Delegierte im Regionalrat.

Marion Voigt, Foto: (c) Günter Distler

Die Regionalgruppe Bayern hat eine Besonderheit: Sie besteht aus zwei Teilgruppen. Neben Südbayern und der Region um München gibt es eine weitere Gruppe in Nordbayern Nürnberg/Fürth. Ansprechpartnerin ist Marion Voigt.

Wir wünschen dem neuen Team alles Gute und lassen nun die Kolleginnen zu Wort kommen!

Seit wann arbeitet ihr selbstständig als Lektorinnen? Seid ihr direkt Mitglied im Verband geworden?

Katja: Ich habe Ende 2002 angefangen, freiberuflich zu arbeiten, nach einer gut dreijährigen Festanstellung bei einem Fachverlag. Anfang 2003 interessierte ich mich für den VFLL, und nach einer beflügelnden Verbandstagung und ein, zwei Stammtischabenden bin ich dann eingetreten.

Katrin: Die Frage nach dem Wann, stürzt mich in Verwirrung. Im Dunkel meiner Erinnerung beginnt die Arbeit als freie Lektorin mit einem Werkstudentenjob während des Studiums in einem kleinen Verlag für Antiquitätenratgeber. Der Verleger ging in den Ruhestand und „verkaufte“ mich zusammen mit einem groß angelegten Projekt an C.H. Beck. In der jahrelangen Zusammenarbeit mit Dr. Karin Beth, die damals die Kunst- und Kulturgeschichte dort federführend betreute, habe ich sehr viel gelernt. Nach der Familienpause wollte ich mit dem Aufbaustudium Buchwissenschaft an der LMU München und einem Volontariat bei einer Buchagentur den Wiedereinstieg professionalisieren. Es schloss sich der Eintritt in den VFLL an, dem ich seitdem – doch wann genau? – eher als Karteileiche angehöre.

Marion: Seit 23 Jahren bin ich als Lektorin selbstständig und genauso lange BücherFrau. Als sich der VFLL mit aus den Reihen der BücherFrauen heraus gegründet hat, war es für mich keine Frage, sofort beizutreten.

Mirjam: 1999 hatte ich das Glück, am Mentoring-Projekt der Münchner BücherFrauen teilnehmen zu können. Mit meiner Mentorin habe ich die von mir gewünschte Selbstständigkeit vorbereitet, im Januar 2000 habe ich mich dann als Lektorin selbstständig gemacht, und seit 1. Februar 2000 bin ich Mitglied im VFLL.

Was macht für euch die Mitgliedschaft im VFLL aus?

Katja: Der Verband ist lebendig, er erweitert sich, verändert sich – und hat, seit ich dabei bin, seine Mitgliederzahl ungefähr verdreifacht! Dazu verändern sich die Aufgabenfelder und Strukturen, in denen freie Lektoren und Lektorinnen tätig sind. Eine vor Kurzem durchgeführte Verbandsumfrage zu Tätigkeitsfeldern hat gezeigt, dass fast drei Viertel unserer Mitglieder nicht ausschließlich als Lektoren und Korrektoren arbeiten, sondern zusätzlich oder hauptsächlich in anderen Bereichen wie Journalismus, Pressearbeit, Online-Redaktion, als Autorinnen, Übersetzer, Werbetexterinnen, Schreibcoaches, Mediengestalterinnen, Producer … und, und, und.

Das finde ich spannend, es birgt aber auch eine Menge Herausforderungen und ungelöster Fragen, mit denen ich als Einzelkämpferin zum Teil überfordert bin. Der Verband hilft mir, mich diesen Fragen und Herausforderungen besser gewappnet zu stellen. Er bietet Fortbildung in Form von Workshops und Seminaren, aber auch den kollegialen Austausch, der so wichtig ist für die eigene Arbeit, den man aber nicht so oft hat. Hat man sich nicht gerade in einer Bürogemeinschaft einquartiert (wofür es Gründe geben mag), kann man ja normalerweise nicht einfach zur Kollegin rübergehen und fragen: „Hey, wie machst du das eigentlich, wenn …?“

Die Anforderungen an uns Freie sind in den 15 Jahren, in denen ich im Verband bin, gestiegen, die Technik (DTP, Redaktionssysteme, XML, CMS …) ist komplexer geworden, die Einarbeitung aufwendiger. Die sozialen Medien wurden eine Säule der gesellschaftlichen Kommunikation – ob man das persönlich gut findet und für sich nutzen möchte oder nicht. Wir können es uns – rein wirtschaftlich – nicht leisten, dass die Zeit über uns hinweggeht. Wir müssen Schritt halten. Die VFLL-Mitgliedschaft ermöglicht es, etwa durch vergünstigte oder kostenlose Fortbildungsangebote, neue Themenfelder, Kommunikationskanäle und Tätigkeitsbereiche mit mehr Mut und Zuversicht anzugehen. Letztlich ist es aber der Austausch, der mein Berufsleben bereichert – wenn nicht mit „gleich Gesinnten“, so doch mit Menschen, die in die gleiche Richtung streben wie ich und sich als Freiberufler in einem schwierigen Umfeld behaupten.

Katrin: Auch eine Karteileiche kann hören, sehen und lesen, und so verfolge ich mit Bewunderung die erfolgreiche Arbeit des VFLL. Ich halte es zunehmend für wichtig, dass Sprache und richtige Schreibweisen nach der Rechtschreibreform, dem Wegrationalisieren der Schlussredaktionen in den Tageszeitungen und auch in den digitalen Medien nicht weiter marginalisiert werden. Und hier sind wir die Praktiker, wir setzen uns tagtäglich konkret dafür ein. Ich mag die Arbeit des Sisyphus.

Marion: Von Anfang an habe ich hier wichtige Anregungen für meine Arbeit gefunden, Weiterbildungsangebote und unschätzbare Hilfe in allen beruflichen Fragen. Das Netzwerk liegt mir besonders wegen der persönlichen Kontakte am Herzen. Eine Kollegin, ein Kollege ist immer nur einen Klick entfernt.

Mirjam: Durch den VFLL habe ich in meinem Eine-Frau-Büro Kolleginnen und Kollegen, mit denen ich mich über die Mailingliste und über die Regionalgruppen-Treffen austauschen kann. Es tut gut zu wissen, dass ich mit anderen, die in ähnlicher Situation leben und arbeiten, vernetzt und befreundet bin und ich sie, wenn es nötig ist, um Rat fragen kann.

Lust aufs Ehrenamt?! Was motivierte euch zur Kandidatur?

Katja: Offen gestanden: Lust – nein. Ich war Ende Februar 2017 angetreten, um die Regionalgruppe zu retten. Das Ende schien nah, keiner wollte das Delegiertenamt übernehmen, und vielleicht hätten wir uns auflösen müssen. Die mit Abstand größte RG im Verband! Ich wollte meinen kleinen Beitrag leisten, nach den vielen Jahren im Verband, obwohl ich bisher aus Zeitgründen nie zu den Aktiven gezählt hatte. Die Lust kam erst später, und bei meiner ersten Klausurtagung mit dem Vorstand in Kassel gewann ich den Eindruck: Wer den VFLL „von innen“ kennenlernt, lernt auch etwas über seinen Beruf und sich selbst, lernt womöglich, sich besser zu organisieren, klarer zu kommunizieren, Entscheidungen zu treffen und mehr. Letztendlich aber ist für mich entscheidend, dass es einfach alles wahnsinnig nette Kolleginnen und Kollegen sind, mit denen man schnell auf einer Wellenlänge funkt. Und das macht Spaß.

Katrin: Mit Ehrenämtern habe ich Erfahrung, in verschiedensten Zusammenhängen. Ich freue mich sehr, viele interessante Kolleginnen und Kollegen und neue Fragestellungen kennenzulernen und zu unseren Anliegen beitragen zu dürfen. Noch muss ich mich einfinden, muss mich aus der Rolle der Karteileiche zum vollwertigen Mitglied entwickeln und bitte deshalb ein wenig um Geduld.

Marion: Für ein Amt wollte ich nicht kandidieren, aber ich finde es wichtig, dass die Regionalgruppe beziehungsweise der Verband auch in Nordbayern vertreten ist. Wir wollen sichtbar sein. Deshalb führe ich gern die Tradition der Fürther Stammtische fort. Wir haben mittlerweile auch etliche engagierte Mitglieder hier in der Region, die Themenabende oder Workshops organisieren. Da macht es einfach Spaß, zusammenzuarbeiten.

Mirjam: Nachdem ich bereits vier Jahre lang 2. Sprecherin der Regionalgruppe war, wollte ich bei der aktuellen Wahl eigentlich nicht mehr antreten. Dadurch, dass unsere 1. Sprecherin zur Vorsitzenden des Gesamtverbands gewählt wurde und für die Regionalgruppe „ausfiel“, hatte ich plötzlich neue Aufgaben vor mir – und ich stellte dabei fest, dass diese mir, so mühsam sie auch sind, Spaß machen und mir liegen. Ein besonderes Anliegen ist es für mich, den Zusammenhalt in der großen Regionalgruppe mit ihren 160 Mitgliedern, die verstreut in ganz Bayern leben, zu fördern.

Interview: Katja Rosenbohm

Großes Bild: (von links) Katja Treu, Dr. Mirjam Heintzeler, Katrin Pollems-Braunfels / (c) Dr. Anja Becker


Katja Treus Website und VFLL-Profil
Katrin Pollems-Braunfels’ VFLL-Profil
Marion Voigts Website und VFLL-Profil
Dr. Mirjam Heintzelers Website und VFLL-Profil


Mehr Infos zur Regionalgruppe Bayern und der Region Nürnberg/Fürth auf der VFLL-Website


Weitere Interviews aus den Regionalgruppen:
Regionalgruppe Frankfurt
Regionalgruppe Berlin
Regionalgruppe Köln/Bonn
Regionalgruppe Niedersachsen

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