„So viel Austausch passt in 24 Stunden?“

Am 18./19. Juni 2021 war es so weit: Der erste Workshop des VFLL-Netzwerks Kinder- und Jugendbuch fand statt! In pandemiebedingt kleiner Gruppe trafen wir uns in Rippberg im Odenwald, um gemeinsam zu arbeiten, uns auszutauschen und eine Menge Spaß zu haben.

Von Julia Hanauer, Meike Blatzheim, Silvia Schröer, Sonja Fiedler-Tresp

Woher kam die Idee zu diesem netzwerkinternen Workshop?

Silvia: Auf der Frankfurter Buchmesse treffen wir uns jedes Jahr zu einem kurzen Austausch. Betonung auf kurz – viel zu kurz. Die Treffen sind immer gut besucht, man sieht altbekannte Kolleginnen wieder, lernt neue kennen und viele Themen werden angerissen. Unter anderem haben wir uns einmal über empfehlenswerte Fortbildungen unterhalten. Und das war der Heureka-Moment. Warum nicht die eigene Kompetenz nutzen? Wir können doch auch voneinander lernen, kostengünstig und mit selbstbestimmten Inhalten. Ganz nach Bedarf und Interessenslage. In familiärer Atmosphäre und mit mehr Zeit zum Networken.

Wie seid ihr auf das Bahnwärterhäuschen in Rippberg gekommen?

Julia: Eigentlich wollten wir unseren Workshop schon 2020 abhalten, in einem Forsthaus bei Heidelberg. Corona kam dazwischen und für 2021 war das Forsthaus schon ausgebucht. Bei unserer Recherche sind wir dann auf das Bahnwärterhäuschen gestoßen.

„Das Tuten des kleinen Regionalzugs (…) hat sich als guter Timer für unsere Arbeitseinheiten herausgestellt.”

Das Tuten des kleinen Regionalzugs, der quasi durch unseren Garten fuhr, hat sich als guter Timer für unsere Arbeitseinheiten herausgestellt. Zudem waren die dicken Steinwände und die großen Bäume bei der Hitze ein Segen – so konnten wir einen kühlen Kopf bewahren.

Und was habt ihr alles gemacht?

Es wurde nicht nur gemeinsam gearbeitet, sondern auch am einladend gedeckten Tisch zusammen gegessen.

Sonja: Dafür, dass wir nur von Freitag auf Samstag vor Ort waren, war es unfassbar intensiv: Wir haben gemeinsam an Texten gearbeitet, die wir mitgebracht hatten, haben Plots besprochen, über Jugendsprache diskutiert, an Begriffen und Namen gefeilt und Exposés gelesen und bearbeitet. Nebenher haben wir über alles Mögliche gesprochen, das uns beschäftigt: Honorare, Arbeitsbedingungen, Projekte (und natürlich über Gott und die Welt). Wie schön, wenn man Kolleginnen um sich hat!

Dank der 30 Grad Dauertemperatur und des schattigen Gartens haben wir fast ausschließlich draußen gesessen, auch zum Essen und zum Cocktail am Abend. Bei einem kleinen Spaziergang haben wir das Dorf erkundet und zum Abschluss noch ein paar Belegexemplare getauscht.

Euer Fazit?

Das Bahnwärterhäuschen in Rippberg im Odenwald

Meike: Es war großartig! Oder wie eine der Kolleginnen staunend feststellte: So viel Austausch passt in 24 Stunden? Spannend, zu sehen, wie andere lektorieren, beruhigend, sich bei kniffligen Texten rückversichern zu können. Und obwohl wir so fleißig waren und einige von uns mehrere Stunden Anreisezeit in Kauf genommen hatten, fühlten sich die beiden Tage fast ein bisschen wie Urlaub an. Deshalb wollen wir das Treffen im nächsten Jahr auch unbedingt wiederholen. Dann gern mit mehr Leuten und noch ein bisschen mehr Zeit.

Fotos: (c) privat


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