Vorsitzende Lektorenverband VFLL Annette Gillich-Beltz

„Flexibilität, Geduld, Entschlussfreudigkeit, Strukturiertheit – und Spaß an Teamarbeit“

Welche Eigenschaften hilfreich sind, wenn man als Vorstandsmitglied die Geschicke eines Berufsverbands lenken will, weiß Annette Gillich-Beltz. Außerdem erzählt die stellvertretende VFLL-Vorsitzende von Kommunikation über räumliche Grenzen hinweg und von der Veränderung, die die Lektorentage in den letzten Jahren erfahren haben. Apropos Lektorentage: Die Fachtagung am 22. September in Nürnberg ist zwar ausgebucht, zur VFLL-Mitgliederversammlung am 23. September, auf der ein neuer Vorstand gewählt wird, können Verbandsmitglieder aber auch ohne Anmeldung kommen.

Was hatte dich bei deiner ersten Wahl in den VFLL-Vorstand zu einer Kandidatur bewogen?

Das war 2012 in Freiburg, als ich seit längerer Zeit mal wieder bei den Lektorentagen war. Die Stimmung war gut und ich dachte, es könne Spaß machen, mit den anderen Kandidaten, die bereits auf dem Podium saßen, zusammenzuarbeiten. Das war dann auch so.

Wie viel Zeit hast du in den letzten zwei Jahren durchschnittlich dem Vorstandsamt gewidmet – monatlich, wöchentlich oder täglich?

Das ist unterschiedlich. Normalerweise etwa 2 Stunden pro Woche, dazu nehme ich mir immer mal wieder einen ganzen Tag Zeit. Im Durchschnitt sind es vielleicht 12 bis 15 Stunden im Monat.

Wie oft habt ihr euch getroffen – live oder am Telefon?

Wir telefonieren einmal in der Woche etwa eine Stunde und treffen uns bei der Arbeitstagung in Kassel. Und natürlich bei den Lektorentagen.

Stellt sich mit der Zeit eine gewisse Routine ein, damit die Arbeit schneller geht?

Ja, gerade in den Bereichen, die ich schon länger betreue, wie die Vorbereitung der Arbeitstagung in Kassel oder die Pflege der Beschlusslisten, habe ich Vorlagen, auf die ich immer wieder zurückgreife.

Konntest du mit gutem Gewissen mal krank werden oder in Urlaub fahren? Haben die anderen deine Aufgaben übernommen?

Natürlich! Es war von Anfang an keine Frage, dass jeder sich so weit einbringt, wie es ihm möglich ist. Bei einem Team von sieben Leuten findet sich immer jemand, der das, was ansteht, erledigt.

Was passiert, wenn die eigentliche Erwerbsarbeit so viel wird, dass man sich nicht um VFLL-Angelegenheiten kümmern kann?

Dann klinkt man sich für eine Weile aus. Zum Beispiel meldet man sich von den Telefonkonferenzen ab und übernimmt keine „Aufträge“. Auch bleiben dann Aufgaben, die nicht zeitkritisch sind, einfach mal liegen.

Wie habt ihr euch die Arbeit verteilt? Müssen alle alles machen? Spielen da auch die persönlichen Vorlieben eine Rolle?

>Erst mal kann sich jeder die Bereiche aussuchen, die ihm Spaß machen. Dann gibt es immer wieder mal ein paar Themen, die für niemanden so prickelnd sind, die aber erledigt werden müssen, und die man dann halt übernimmt, weil man gerade Zeit hat. Aber das ist glücklicherweise nicht allzu oft der Fall.

Welche Aufgaben hast du im Vorstand übernommen?

Ich bin Ansprechpartnerin für die Regionalgruppen und kümmere mich – gemeinsam mit Vera Seehausen und Ulrike Dorgeist – um die Organisation der jährlichen Klausurtagung in Kassel. Außerdem bin ich Ansprechpartnerin für das Orga-Team der Lektorentage und zuständig für die Organisation der MV, stelle also die Tagesordnung zusammen, frage die Jahresberichte an etc. Und schließlich sorge ich dafür, dass die Protokolle unserer Telkos archiviert werden – und sehe sie regelmäßig auf unerledigte Punkte durch.

Wie viel Gestaltungsfreiheit hat man als Vorstandsmitglied des VFLL?

Jeder, der möchte, kann Vorschläge machen und Neues anregen.

Gibt es etwas aus der nun fast abgelaufenen Amtszeit, auf das du besonders stolz bist?

Die Lektorentage sind in den letzten Jahren immer professioneller geworden, wir haben hier ein sehr gutes Level erreicht und bekommen sehr erfreuliche Rückmeldungen.

Konntest du etwas Nützliches durch die Vorstandsarbeit lernen?

Für mich war die Arbeit im Team sehr bereichernd. Und es war toll zu erleben, wie gut die Kommunikation und das Organisieren der Arbeit über die räumlichen Grenzen hinweg funktioniert.

Wirst du auf der kommenden Mitgliederversammlung im September in Nürnberg wieder für ein Vorstandsamt kandidieren?

Nein, ich werde nicht mehr kandidieren. Ich bin nun seit sechs Jahren dabei, das ist lange genug. Ich werde das Team und die Zusammenarbeit zwar vermissen, aber nun sind andere an der Reihe.

Angenommen, ich wollte für den VFLL-Vorstand kandidieren – welche Eigenschaften sollte ich unbedingt mitbringen?

Flexibilität, Geduld, Entschlussfreudigkeit, Strukturiertheit. Und Spaß an der Arbeit im Team.

Interview: Sebastian Petrich

Bild: Annette Gillich-Beltz © privat


Die Mitgliederversammlung (MV) mit Vorstandswahl findet am Sonntag, 23. September 2018, in Nürnberg im Rahmen der Lektorentage statt. Die Lektorentage sind ausgebucht. Wer als VFLL-Mitglied nur zur MV kommen möchte, ist dazu herzlich eingeladen. Eine Anmeldung dafür ist nicht nötig, und die Teilnahme ist kostenfrei. Für den Vorstand kandidieren kann jedes ordentliche Mitglied.

Annette Gillich-Beltz’ Website und Profil im Lektorenverzeichnis


Hier geht es zu einem früheren Interview mit Annette Gillich-Beltz

Weitere Interviews der Reihe:

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Christiane Kauer

Ulrike Frühwald

Felix Wolf

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