Ein erfolgreiches Team: Lektorin Susanne Pavlovic und Autorin Mia Leonie

„Ich würde nicht mehr ohne Lektorat veröffentlichen“

Viele SelfpublisherInnen schrecken vor einem Lektorat zurück oder glauben, ihr Manuskript benötige keine Überarbeitung mehr. Diese Angst will die Veranstaltungsreihe „Selfpublisher und ihre LektorInnen“ nehmen. Was alles in einer Überarbeitung stecken kann, zeigen VFLL und Selfpublisher-Verband gemeinsam auf der Buchmesse Leipzig. Denn Texte werden besser durch ein Lektorat.

Einen Vorgeschmack geben die Autorin Mia Leonie und ihre Lektorin Susanne Pavlovic im Blog.

Mia, du hast ja bereits mehrere Bücher veröffentlicht. Hast du deine ersten Manuskripte auch schon lektorieren lassen?

Mia: Bei meinem Debüt war ich mir unsicher, ob ich die Kosten auf mich nehmen kann und möchte, habe mich dann aber in verschiedenen Foren informiert und dafür entschieden, da ich ein ordentliches Ergebnis abliefern wollte. Wenn ich etwas mache, dann richtig. Man selbst hat einfach keinen objektiven Blick auf den eigenen Text. Ab dem zweiten Manuskript hat sich die Frage dann nicht mehr gestellt. Ich würde nicht mehr ohne Lektorat veröffentlichen.

Susanne, verrätst du uns, wie du dich auf die Zusammenarbeit mit einer neuen Autorin einstimmst?

Susanne: Ich frage ganz viel. Am liebsten telefonisch, oder, wenn’s geht, persönlich. Dabei geht es sowohl um technische Dinge wie Zielgruppe, Veröffentlichungsweg oder Schwerpunkte bei der Textbetrachtung, aber auch und vor allem darum, ein Gespür für die Autorin/den Autor zu bekommen, für ihre/seine Persönlichkeit, Ausdrucksweise, Humor. Schließlich muss ich das Buch ja „typgerecht“ optimieren.

Kanntet ihr beide euch bereits aus früheren gemeinsamen Projekten? Wie lief die Auftragsvergabe ab?

Susanne: Äh … Ich weiß das gar nicht mehr, ist schon so lange her … Ich glaube, du hast mich angeschrieben, Mia, oder? Das war bei deiner ersten Veröffentlichung, „In Versuchung“, einem Liebesroman. Inzwischen können wir auf fünf gemeinsame Projekte zurückschauen. Umgekehrt arbeiten wir inzwischen im Übrigen auch zusammen und ich lasse mich von Mia im Grafikdesign unterstützen.

Cover des 2019 erschienenen Liebesromans „Eistanzliebe“ von Mia Leoni

Im Januar 2019 erschienen: der Liebesroman „Eistanzliebe“ von Mia Leoni

Mia: Vor unserer ersten Zusammenarbeit kannten wir uns nicht. Ich war auf der Suche nach einem Lektor für mein erstes Manuskript und mir wurde Susanne als kompetente Lektorin in einem Forum empfohlen. Daraufhin habe ich ihr geschrieben. In ein paar kurzen Nachrichten und einem ausführlichen Telefonat haben wir geprüft, ob wir miteinander arbeiten können. Susanne hat sich zunächst das erste Kapitel meines Textes angesehen und dann haben wir losgelegt.

Wenn ihr einen Wunsch frei hättet: Was würdet ihr euch von eurer Ideal-Lektorin bzw. -Autorin wünschen?

Mia: Was Susanne betrifft, bleiben bei mir keine Wünsche offen, auch wenn das etwas übertrieben klingt. Warum das so ist? Susanne kommentiert nicht einfach nur Textstellen. Ich kann mit ihr auch meinen Plot besprechen, eventuelle Schwachstellen erkennen, Lösungen dafür finden. Dabei macht sie immer tolle Anmerkungen und hat Vorschläge parat. Das erleichtert mir das Schreiben ungemein. Ich muss mich an einem gut ausgearbeiteten roten Faden orientieren können, der keine Plotlöcher mehr aufweist.

Susanne: Oh, lieben Dank, ich werde ja ganz rot … Meine Ideal-Autorin ist eine, die mich wirklich komplett ins Boot holt. Bei der ich auch inhaltliche Vorschläge machen darf und mich wirklich komplett austoben kann, um das letzte Restchen Potential noch aus einem Projekt herauszukitzeln. Das ist die echte Herausforderung für mich. Natürlich mach ich auch mal einfach nur Tippfehler raus, aber da bin ich nicht so mit dem Herzen dabei. Insofern ist Mia eine langjährige Lieblingskundin, weil sie mit dem, was ich am liebsten mache, auch am meisten anfangen kann.

Interview: Katja Rosenbohm

Großes Bild (Beitragsbild): Susanne Pavlovic, Foto: Studio 24, Bamberg (links) / Mia Leonie, Foto: Delf Zeh, Erfurt (rechts)


Susanne Pavlovics Website und Profil im VFLL-Lektorenverzeichnis
Mia Leonies Website


Sonntag, 24. März 2019, 15:30–16:00 Uhr: „Selfpublisher und ihre LektorInnen“
Autorenbühne Halle 5, Stand D 600
Autorin Mia Leonie und ihre Lektorin Susanne Pavlovic im Gespräch

Zum Veranstaltungshinweis auf Facebook

Die gemeinsame Veranstaltungsreihe „Selfpublisher und ihre LektorInnen“ von VFLL und Selfpublisher-Verband findet am Donnerstag und Freitag von 15:30 bis 16:00 Uhr und am Sonntag von 15:00 bis 15:30 Uhr auf der Autorenbühne Halle 5, Stand D 600 statt.

Weitere Hinweise zum VFLL auf der Leipziger Buchmesse 2019 auf der VFLL-Website
Besucht den VFLL am Stand G 309 in Halle 5!


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