VFLL-Stand auf der BuchBerlin 2018

„Wir finden jeden Wurm im Apfel“

Ein stetiges Murmeln, das langsam zu einem Rauschen anschwillt – so in etwa hört sich die Geräuschkulisse auf der BuchBerlin am letzten Novemberwochenende an, wo der Verband der Freien Lektorinnen und Lektoren mit seinem Stand vertreten ist. Als kleine Schwester der großen Buchmessen Frankfurt und Leipzig kann die BuchBerlin 2018 mit rund 250 Ausstellern aufwarten. Das sind vor allem unabhängige Verlage und Selfpublisher.

Von Juliane Trebus

Am Vormittag geht es noch beschaulich zu, dann füllen sich die Gänge, und die Menschen stehen vor dem Eingang des Mercure Hotels MOA Berlin Schlange, um in die Welt der kleinen Verlage und Selfpublisher zu schnuppern. Viel Belletristik gibt es zu erkunden, daneben Erotikliteratur, Krimis, Thriller, Fach- und Sachbuch. Und natürlich Fantasybücher – mitunter von Menschen mit knallblauer Haarpracht und ritterlichen Gewändern bewacht. Kinder- und Jugendbücher haben einen eigenen Ausstellungsbereich, wo ebenfalls großer Andrang herrscht. Das Publikum ist mannigfaltig – von der angehenden Autorin, deren Manuskript seit den Siebzigern auf Veröffentlichung wartet, über den eingefleischten Krimi-Experten bis hin zum Fan queerer Liebesromane.

Großer Andrang an den Ständen

VFLL-Stand auf der BuchBerlin 2018

Lektoratskollegin Stephanie Manz am VFLL-Stand, Foto: Gisela Lehmeier

Ein paar Stände weiter steht Katja Völkel, selbst Mitglied im VFLL, in ihrer Rolle als Verlagsleiterin des Eckhaus Verlags für Bücher zur Zeitgeschichte. Sie habe kaum noch Flyer übrig, der Andrang sei groß. Überall wird sich über Geschriebenes ausgetauscht und Interesse bekundet. So auch an unserem VFLL-Stand. Das Infomaterial landet in vielen Händen, neugierig begutachten Besucherinnen und Besucher die deutsche Ausgabe des Handbuchs „Zeichen setzen!“, die in Zusammenarbeit mit dem VFLL entstanden ist. Eine Lektorin möchte wissen, ob sie als Österreicherin auch in den Verband eintreten könne – die Vorteile lägen für sie auf der Hand. Ein Autor hat sein Manuskript mitgebracht und fragt, wo er denn einen Lektor oder eine Lektorin mit entsprechendem Fachwissen zu seinem Thema finden könne. Eine Journalistin überlegt, das Lektorat mit in ihr Angebot aufzunehmen, und fragt, wie sie das am besten angehen könne. Auf all diese Fragen können wir antworten.

Lektorinnen und Lektoren tun noch viel mehr

Einige freuen sich, wenn sie einen Fehler in unserem aufgestellten Textbeispiel gefunden haben. Dass Lektorinnen und Lektoren noch viel mehr tun, als Rechtschreibfehler zu beheben, wissen die meisten hier. Doch wie die Zusammenarbeit zwischen Autorin und Lektor genau aussieht – und wie viel das kostet –, ist manchmal gar nicht so klar. Auch darüber sprechen wir mit Interessierten.

Vortrag über Klappentexte auf der BuchBerlin 2018

Hans Peter Roentgen und Susanne Zeyse (beide VFLL) in einem Vortrag über Klappentexte, Foto: Gisela Lehmeier

BuchBerlin als wichtiger Anlaufpunkt für Selfpublisher

Auf der BuchBerlin gibt es natürlich auch zahlreiche Lesungen zu hören, dazu viel Wissenswertes für Schreibende. Am Samstagnachmittag geben die VFLL-Mitglieder Hans Peter Roentgen und Susanne Zeyse ihr Fachwissen an Autorinnen und Autoren weiter: in einem Vortrag über Klappentexte.

Die BuchBerlin ist ein zunehmend wichtiger Anlaufpunkt für Selfpublisher – und somit auch für freie Lektorinnen und Lektoren. Das Bewusstsein, dass ein gutes Lektorat den Erfolg eines Buches entscheidend beeinflusst, wächst – das ist hier mehr als deutlich geworden.


Zur offiziellen Website der BuchBerlin

Fotos (alle): Gisela Lehmeier, Berlin

Juliane Trebus’ Website und Profil im VFLL-Verzeichnis


Zum Rückblick auf die BuchBerlin 2017

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.