Kreative Partnerschaft mit Sommerflair

Die Herbstsonne wird schon milchig, Zeit also, noch einmal an einen tollen Moment aus der Glutphase zu erinnern: Das Netzwerk freie Literaturszene Berlin e. V. (NFLB) wagte Mitte August eine Premierenveranstaltung mit Sommerempfang und offener it’s lit!-Party. Eingeladen in das Kunst- und Kulturzentrum ACUD STUDIO in Berlin-Mitte waren neben den Mitgliedern und Branchenvertreter*innen auch der VFLL als eine der Partner*innen.

Von Janina Lücke und Sven Rosig

Anlass für den Empfang bildeten nicht nur Friede und Frohsinn: Ein öffentliches Zeichen sollte gesetzt werden, für eine bessere Förderung und Finanzierung von Literaturprojekten. Hintergrund war der Ende Juli vorgestellte Entwurf für den Doppelhaushalt 2020/2021 des Berliner Senats. Doch angesichts steigender Zahlen im Kulturhaushalt ist die Situation in der Sparte Literatur ernüchternd: Der Zuwachs dieses Postens um 360.000 Euro entspricht lediglich 1,7 Prozent des Anstiegs für die gesamte freie Szene.

NFLB als Netzwerk für Autor*innen, Übersetzer*innen und Independent-Verlage

Mit einer gut besuchten Pressekonferenz am 13. August hatte das NFLB auf diese Missstände aufmerksam gemacht. Um den Kontakt zu den Entscheider*innen zu suchen beziehungsweise zu vertiefen und ein persönliches Kennenlernen zu ermöglichen, war der Sommerempfang das Mittel der Wahl, mit Vertreter*innen des Senats, des Abgeordnetenhauses und der Kulturbürokratie auf entspannte Weise zum Dialog zusammenzutreffen. NFLB-Vorsitzender Moritz Malsch fasste in seiner Begrüßungsrede die aktuellen Forderungen des Vereins zusammen. Dass der NFLB hier mit aktiver Öffentlichkeitsarbeit per Sommerfest samt Pressekontakt in die Offensive ginge, entspräche seinem Auftrag. Denn das 2013 gegründete Netzwerk verstehe sich, so wörtlich, als „Interessenvertretung der rund 10.000 Berliner Autor*innen, Übersetzer*innen, freien Literaturveranstalter*innen, Independent-Verleger*innen und anderen Literaturvermittler*innen gegenüber der Landespolitik und der Öffentlichkeit“.

Beim NFLB-Empfang wurden Rotstift und Duden bei Sibylle Schütz durch die „medizinische Notversorgung“ eingetauscht.

Höhepunkt des Abends: Keynote von Anke Stelling

Nach der charmant vorgetragenen Philippika an die Politik folgte der Höhepunkt des Abends:  Die diesjährige Leipziger-Buchmesse-Preisträgerin Anke Stelling unterstrich mit einem sehr persönlichen, aber auch engagierten und nachdenklich stimmenden Vortrag die Bedeutung der Schriftsteller*innen in Gesellschaft und kultureller Landschaft. Das traf den Nerv des Publikums, das den inspiriert, ideenreich und durchaus auch witzig gestalteten Abend genoss. In ausgelassener Stimmung wurde anschließend genetzwerkt, sich ausgetauscht und irgendwann in der Berliner Nacht auch bis in den frühen Morgen getanzt.

Gisela Lehmeier, Berliner Regionalgruppensprecherin, und Sibylle Schütz, Mitglied des Kommunikationsteams, sowie Sven Rosig und Janina Lücke vertraten den VFLL und übernahmen die „medizinische Versorgung“ des Abends, indem sie Traubenzucker und andere „Wohltaten“ verteilten. Übrigens: Jedes neue Mitglied des NFLB stärkt die Literaturberufe in der Hauptstadtregion.

Beide Fotos: (c) Sven Rosig, Berlin


Janina Lückes VFLL-Profil und Website
Sven Rosigs VFLL-Profil und Website


Mehr Informationen findet ihr auf der Website des NFLB.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.