Cordula Natusch

Fragestunde #fbm16: Lektorat und Korrektorat

Ein Tisch, eine Lektorin und 30 Minuten Zeit, um ihr Löcher in den Bauch zu fragen – dieses Angebot erwartet Autoren in der Fragestunde Lektorat, die der VFLL auf der Frankfurter Buchmesse täglich in der Self-Publishing Area veranstaltet. Einen Vorgeschmack auf die Themen gibt es bis zur Messe jeden Tag hier im Blog. Heute erklärt Cordula Natusch den Unterschied zwischen Lektorat und Korrektorat – und warum es sich immer empfiehlt, einen Profi mit dem Korrekturlesen zu beauftragen. Ihr dürft aber selbstverständlich auch andere Themen mit in die Fragestunde bringen.

Übrigens: Vom 19. bis 21. Oktober sind Autoren außerdem herzlich zur Lektoratssprechstunde am VFLL-Stand (Halle 3.0 J 28) eingeladen – täglich von 11 bis 12 Uhr.

Einen Überblick über alle Veranstaltungen des VFLL auf der Buchmesse findet ihr unter www.vfll.de/frankfurter-buchmesse und auf unserer Facebookseite.

Fragestunde Lektorat: Lektorat und Korrektorat – was ist was?      

Donnerstag, 20. Oktober, 15.30–16 Uhr, Self-Publishing Area, Halle 3.0 K 13

Mit Cordula Natusch

Seit mittlerweile über zehn Jahren unterstützt Cordula Natusch Autoren und Autorinnen bei ihren Projekten. Mit Literatur hat sie noch wesentlich länger zu tun – diese Liebe reicht zurück bis in ihre Kindheit und wurde im Studium kultiviert. Die dynamische Wahlhamburgerin arbeitet leidenschaftlich gern in Netzwerken und betreut Projekte auch über die reine Textoptimierung hinaus bis zur Drucklegung. Die Abwechslung, die ihr Beruf bietet, schätzt sie sehr. Am „runden Tisch“ in der Self-Publishing Area spricht sie über die unterschiedlichen Herausforderungen, die im Rahmen der Textoptimierung an sie gestellt werden. Das Interview führte „Textehexe“ Susanne Pavlovic.

Frau Natusch, können Sie den Unterschied zwischen Lektorat und Korrektorat kurz auf den Punkt bringen? Andere Satzzeichen sind auch herzlich willkommen.

Ein Korrektor kümmert sich um Fehler in der Rechtschreibung, Zeichensetzung, Grammatik und gegebenenfalls im Satz, also im Layout. Ein Lektor hingegen sorgt gemeinsam mit dem Autor dafür, dass der Text rund und gut wird. Dass der Plot stimmt und die Figuren funktionieren. Dass ein Krimi wirklich spannend ist und der Leser nicht auf Seite 7 einschläft. Dass ein Ratgeber wirklich informiert und dem Leser weiterhilft usw.

Mein Nachbar ist pensionierter Deutschlehrer. Der kann meinen Roman doch sicher auch korrigieren, oder nicht?

Ich plädiere immer dafür, einen Profi zu beauftragen. Denn ein Korrektorat ist anspruchsvoller, als die meisten denken. Ein Korrektor muss sich über lange Zeit konzentrieren können, ein gutes Gedächtnis für Schreibweisen haben und – am wichtigsten – er muss seine Grenzen kennen und sensibel vorgehen: Eingriffe in Formulierungen ohne Rücksprache mit dem Autor sind tabu. Das erlebe ich aber immer wieder: nicht markierte Änderungen, die die Aussage des Texts oder den Stil des Autors verfälschen. Da kann schon ein Komma, das gestrichen wird, den Sinn eines Satzes entstellen. In solchen Fällen ist Ärger vorprogrammiert. Professionelle Korrektoren kommentieren verfängliche Textstellen, aber sie ändern sie nicht.

Welches ist die Frage, die Ihnen im Lektorat am häufigsten gestellt wird?

„Ach, das machen Sie auch?“ Kein Scherz! Vielen Autoren – Selfpublishern wie Verlagsautoren – ist gar nicht bewusst, welch großes Leistungsspektrum Lektoren anbieten. Das reicht von der Entwicklung eines Plots über ein Autorencoaching bis zur Unterstützung bei der Veröffentlichung und dem Marketing. Lektoren sind Profis, wenn es um Publikationen aller Art geht. Egal in welcher Phase sich das Projekt befindet, es lohnt sich, einen Lektor zu fragen, ob er helfen kann.

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