Der Lektorenverband VFLL auf der Leipziger Buchmesse #lbm16

Der VFLL auf der #lbm16 – like a breath of fresh air

Wie jedes Jahr war der Lektorenverband VFLL wieder mit einem Stand auf der Leipziger Buchmesse vertreten. Dort beantworteten wir Fragen von Autoren und Interessentinnen. Mit Kolleginnen und Kollegen teilten wir uns den Standdienst, oder sie kamen auf ein Pläuschchen vorbei. Ein persönlicher Bericht.

An zwei Tagen war ich dieses Jahr auf der Leipziger Buchmesse unterwegs. Kaum am Donnerstagmorgen angekommen, ging es – natürlich ;) – zuerst an den VFLL-Stand. Schon von weitem war das VFLL-Logo zu sehen – der Platz an der Kreuzung von zwei Gängen machte sich wirklich gut.

Mindestens ein VFLL-Mitglied war immer am Stand, um Fragen zu beantworten und Infos über den Verband und das freie Lektorat zu geben. Mehrere Autoren wollten zum Beispiel wissen, wie sie ihr Manuskript an den Verlag bringen können – oder ob wir selbst ein Verlag sind. Letzteres mussten wir natürlich verneinen. Freie Lektoren sind – bis auf Ausnahmen – auch keine Literaturagentur und können somit nicht direkt dafür sorgen, dass ein Manuskript unterkommt. Doch indirekt auf jeden Fall: durch ein professionelles Lektorat. Auch beim Exposé und Anschreiben können Lektorinnen ihre Expertise einsetzen und damit zumindest die Chancen dafür erhöhen, dass ein Verlag das Manuskript annimmt.

Immerhin konsequente Falschschreibung an allen Kaffee-Ständen

Immerhin konsequente Falschschreibung an allen Kaffee-Ständen

Den Autoren rieten wir außerdem, im Lektorenverzeichnis nach der Dienstleistung Autorenbetreuung oder Autorencoaching zu suchen. Denn die Kolleginnen und Kollegen, die diese Dienstleistung anbieten, kennen weitere Tricks und begleiten Autoren auf dem Weg zur Veröffentlichung ihres Buches.

Tolles Engagement

Neben Selfpublishern und anderen Autorinnen besuchten uns viele Interessierte, Kolleginnen und Kollegen. Was mir besonders auffiel: Viele Neumitglieder sagten hallo oder übernahmen sogar gleich einen Standdienst. Ein wirklich tolles Engagement! Genauso wie natürlich die Organisation von Stand, Standdienst und Programm.

Einige Wochen vor der Messe ging der Aufruf des Orga-Teams der Regionalgruppe Leipzig an uns: Wer auf der Messe sein wird und ein Stündchen für den Verband erübrigen kann, sollte sich dafür eintragen. Außerdem fanden sich Freiwillige, die noch auf der Messe die letzten Lücken im Standdienstplan füllten.

Apropos Programm: Wir hatten zwei Lektoratssprechstunden in demselben. Doch mussten wir feststellen, dass die Konkurrenz groß war – insbesondere zwei Gänge weiter, wo die Selfpublishing-Dienstleister um die Selfpublisher buhlten. Vielleicht lag es mit daran, dass das Angebot nicht so angenommen wurde wie wir uns das gewünscht hätten. Andererseits kamen Autorinnen zu jeder Zeit mit ihren Fragen an unseren Stand, auch außerhalb der „offiziellen“ Sprechstunden. Beratungsbedarf ist also durchaus vorhanden, und es gibt schon Programm-Ideen fürs kommende Jahr.

Bei den Interessierten ist mir eine Begegnung besonders im Gedächtnis geblieben: Eine Amerikanerin, die in Berlin als Lektorin und Übersetzerin arbeitet und fast perfekt Deutsch spricht – was ich erstaunlich und bewundernswert finde, ist Deutsch doch im Vergleich zu Englisch eine viel schwierigere Sprache. Mit der gebürtigen New Yorkerin unterhielten wir uns lange – nicht nur über die Vorteile einer Mitgliedschaft im VFLL, sondern auch über Sprache und Kultur bis hin zu ihrer anstehenden Verlobung. Eine VFLL-Kollegin meinte, dass sie erst neulich für einen Auftrag eine englische Muttersprachlerin gesucht habe und es im VFLL noch nicht so viele gebe. Wir tauschten Visitenkarten. Zum Abschied sagte die Interessentin ausnahmsweise auf Englisch begeistert, dass die Begegnung „like a breath of fresh air“ gewesen sei – besonders nach leider weniger erfolgreichen Gesprächen mit Verlagen. Das freute uns natürlich, und ich bin gespannt, ob sie bald die Regionalgruppe Berlin verstärkt und/oder wir uns im September auf den Lektorentagen in Hannover wiedersehen.

Im Gespräch mit den Verbanskolleginnen zeigte sich wieder einmal, in wie vielen unterschiedlichen Sachgebieten und Branchen wir arbeiten und welche Dienstleistungen wir anbieten  – von Architektur bis Kulturwissenschaft, von Belletristik bis Unternehmenskommunikation, von Producing bis Übersetzungslektorat. Wie immer war es schön, Kollegen wiederzutreffen und neue kennenzulernen. Egal wo und wann: Stets sind die Begegnungen herzlich und inspirierend. Das erstaunt und freut mich immer wieder.

Kooperation mit den BücherFrauen

Der Gemeinschaftsstand von VFLL und BücherFrauen auf der Leipziger Buchmesse

Der Gemeinschaftsstand von VFLL und BücherFrauen auf der Leipziger Buchmesse

Wir teilten uns den Stand wieder mit den BücherFrauen. Wie immer hat diese Kooperation gut funktioniert: Wir tauschten auch untereinander Tipps aus und betreuten schon mal die „andere Standhälfte“, wenn Not am Mann bzw. der Frau war – etwa, wenn ein Gespräch länger dauerte und weitere Interessenten warteten. Sowieso sind unsere Verbände eng verbandelt und viele weibliche VFLL-Mitglieder auch BücherFrau.

Wenn ich nicht am VFLL-Stand war, besuchte ich Vorträge und Lesungen und schüttelte Hände. Etwa mit Wolfgang Tischer von literaturcafe.de, der die Podiumsdiskussion auf den Lektorentagen 2015 bereichert hatte. Oder mit VFLL-Kollegin Anke Gasch, Chefredakteurin der Federwelt, Ingrid Haag, Chefredakteurin von der selfpublisher und auch freie Lektorin, wie ich dann erfuhr, sowie Sandra Uschtrin, in deren Verlag die beiden Zeitschriften erscheinen.  Mit dem Uschtrin-Verlag verbindet uns eine enge Kooperation.

Außerdem waren VFLL-Mitglieder an Veranstaltungen beteiligt. Kanut Kirches machte bei einem Vortrag der Jungen Verlagsmenschen dem Branchennachwuchs das freie Lektorat schmackhaft. Susanne Pavlovic sprach mit Ingrid Haag über „Lektorat – was Selfpublisher darüber wissen müssen“. Das Gespräch ist bei Voice Republic nachzuhören.

Nach Leipzig ist vor Frankfurt. Der VFLL wird Mitte Oktober wieder mit einem Stand auf der Frankfurter Buchmesse präsent sein und sich voraussichtlich am Programm beteiligen.

Davor gibt es – neben den bereits erwähnten 15. Lektorentagen – weitere Möglichkeiten, den VFLL kennenzulernen: Am 9. April auf dem Self-Publishing-Day in München und am  4. Juni auf der 1. Internationalen Autorenmesse in Frankfurt. Weiteres ist in Planung.

Interessenten können sich außerdem jederzeit bei der Regionalgruppe in ihrer Nähe nach offenen Treffen erkundigen.

* In diesem Artikel werden meist abwechselnd männliche und weibliche Bezeichnungen genannt. In der Regel sind alle Geschlechter gemeint.

Bilder: Inga Beißwänger

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