Schreibtisch Ute 1

Vorstandsvorstellung. Heute: Ute Gräber-Seißinger

Ihr kennt unseren Vorstand nicht? Das können wir ändern. Heute kommt unsere Schatzmeisterin Ute Gräber-Seißinger zu Wort.

Ute Gräber-Seißinger (Foto: UGS)

Ute Gräber-Seißinger (Foto: UGS)

Seit wann bist du im Vorstand und welches Aufgabengebiet hast du?

Ich bin Mitte September 2014 neu in den Vorstand gewählt worden. Mein Aufgabengebiet ist die Kassenführung. Ich bin hauptverantwortlich für alle Einnahmen und Ausgaben des Verbandes – und natürlich dafür, dass erstere möglichst immer höher sind als letztere. Daneben kümmere ich mich auch, wenn ich darauf angesprochen werde, um Fragen rund um die Auftritte des Verbands bei den beiden Buchmessen – Leipzig und Frankfurt a. M.

Warum hast du dich in den Vorstand wählen lassen? Gibt es etwas, das du verändern willst?

Ich hatte schon einen Einblick in die finanziellen Angelegenheiten des Verbandes gewonnen, als ich zusammen mit zwei Kolleginnen in den zwei vorhergehenden Haushaltsperioden die Kasse geprüft hatte. Nun denn, da hatte ich eine Ausrede weniger, nachdem auf der MV im September 2014 die Reihen durchgegangen wurden und in einer ziemlich späten Phase dann etliche Blicke an mir hängen blieben. Aber im Ernst, ich schätze den Verband sehr, und ich freue mich, wenn ich zu seinem lebendigen Fortbestand beitragen außerdem vielleicht das Amt des/der Finanzverantwortlichen so ausgestalten kann, dass es NOCH reibungsloser ausgeübt werden kann als von meiner Vorgängerin. Am besten ist es ja, wenn man über Geld nicht reden muss, nicht wahr?

Wie verträgt sich die Vorstandsarbeit mit deinen sonstigen Aufgaben? Musstest du nach Amtsantritt viel umstrukturieren?

Also, einmal pro Woche ein Vormittag durch eine Telefonkonferenz mit allen anderen Vorstandsmitgliedern belegt – daran musste ich mich schon gewöhnen. Mein Vorhaben, die Zahl meiner Wochenarbeitsstunden ein wenig zu reduzieren, habe ich erst einmal aufgeschoben. Ansonsten bin ich ohnehin ständig am Umstrukturieren – kein Lektorats- oder Übersetzungsauftrag ist wie der andere.

Wie arbeitest du überhaupt so? Bist du ein Stapler oder eine Sortiererin? Zeigst du uns ein Foto von deinem Schreibtisch?

Mein Ideal ist der komplett freie Schreibtisch. Manchmal komme ich sogar bis dahin. Ich mag Stapel auf dem Schreibtisch gar nicht, sie scheinen mir immer zuzurufen: Halt, du kannst doch jetzt noch nicht aufstehen und Feierabend machen! Also, am besten immer gleich weg – oder gar nicht erst her – damit. Manchmal ist das nicht so einfach, und deshalb gibt es bei mir immer einen sehr kleinen, aber quasi unvergänglichen Stapel, und der muss immer für sich bleiben, sozusagen als sozialverträglich dezimierte Warnung.

Für manche gilt das durchaus als freier Schreibtisch (Foto: UGS)

Für manche gilt das durchaus als freier Schreibtisch (Foto: UGS)

Arbeitest du zu Hause oder hast du ein externes Büro? Warum?

Mein Büro ist im obersten Stockwerk des Hauses, das ich zusammen mit meinem Liebsten mein eigen nennen darf. Dort arbeitet es sich ganz wunderbar. Ich genieße es, dass ich keine Fahrtzeiten zur Arbeit berücksichtigen muss. So bleibt mir neben der Arbeit regelmäßig mehr Zeit für Familie, Tennis, Yoga und Hund.

Was machst du, um den Kopf frei zu kriegen? Kannst du gut abschalten? Hast du Tipps?

Tennis und Yoga sind die besten Mittel für mich. Und Radfahren, und Motorradfahren, und Urlaub natürlich, aber das geht nicht oft genug. Mein zuverlässigster Helfer ist mein Hund, der mich tagsüber nach draußen zieht. Wenn ich mit meinem Hund unterwegs bin, dann nehme ich es immer sehr deutlich wahr, wenn ich ungeduldig bin, weil ich mich zu sehr mit allen möglichen Dingen beschäftige, die erledigt sein wollen – aber nicht immer auch erledigt werden MÜSSEN! Das ist dann schon einmal ein guter Hinweis. Im Übrigen muss Abschalten ernsthaft  gewollt sein. Niemand sollte erwarten, dass das von selbst funktioniert. „Von selbst“ ist dann meistens später, als uns lieb sein kann.

Wo wohnst du? Und warum? Hast du schon immer dort gewohnt?

Ich wohne in Bad Vilbel, das ist eine nette Kleinstadt im Ballungsraum Frankfurt am Main / Rhein-Main. Dominiert wird sie von den Quellen, die es dort gibt und die das Mineralwasser der Firma Hassia liefern. Der Hassia-Chef ist im Übrigen auch der Vorstandsvorsitzende des Tennisclubs, in dem ich spiele – eine überaus glückliche Konstellation, denn andernfalls könnte ich, ebenso wie alle anderen Mitglieder, sehr wahrscheinlich in dem Club nicht mit so viel Freude diesem von mir heiß geliebten Sport frönen. Ich wohne seit 1985 in Bad Vilbel, mit einer zweijährigen Unterbrechung Anfang der 1990er Jahre. Diese Zeit habe ich mit Mann und kleiner Tochter in Toulouse verbracht – eine Zeit, die ich nicht missen möchte. Trotzdem bin ich gerne zurückgekehrt, denn ich habe mich in Bad Vilbel immer wohl gefühlt. Und außerdem dort meine Familie gegründet – das schafft Bindungen.

Was hast du studiert? Brauchst du die Dinge, die du mal studiert hast, bei deiner Arbeit ab und zu?

Ich habe Volkswirtschaftslehre studiert. Deshalb habe ich mich auf Wirtschaftsliteratur spezialisiert. Manchmal ist das ganz schön langweilig, aber gebrauchen kann ich meine Kenntnisse immer recht gut. Wenn jemand ein Buch oder einen sonstigen Text über wirtschaftliche Zusammenhänge schreibt, dann erkenne ich leichter, ob er oder sie sich auskennt oder Schaum schlägt.

Wieso bist du überhaupt Lektorin? Es soll ja auch lukrativere Jobs geben.

Das war der Plan B, das heißt die Alternative zum Berufsweg Journalistin. Ich bin außerdem eine Büchernärrin, seit ich denken kann. Manchmal denke ich, dass ich mir durch Bücher die Welt erschließe, und an dieser Welterschließung beteilige ich mich gerne auf der Seite derjenigen, die die Wirklichkeit hinter den Toren zur Welt (uuups – oder vielleicht eher  vor ihnen?) mitgestalten. Also, ich kann mir gar nicht vorstellen, dass es Leute gibt, die nicht gerne lesen.

Was möchtest du unbedingt noch loswerden?

Jetzt diesen Fragebogen – nichts für ungut –, denn ich sitze schon wieder länger am Schreibtisch, als ich vorhatte.

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