Foto: Erdmute Otto

Ticktack! Ticktack! – Es geht ums Geldverdienen

Für freiberufliche Lektorinnen und Lektoren gehört die Zeiterfassung, also das Dokumentieren der benötigten Zeit für einen Auftrag, zum Alltag. Im vergangenen Jahr beschäftigte sich die VFLL-Regionalgruppe Hamburg im Rahmen ihres regelmäßigen kollegialen Austauschs intensiver mit dem Thema Zeiterfassung und daraus entstand die Idee, weiteres Know-how zu sammeln und Wissen auszutauschen.

Damit auch andere von diesem Wissen profitieren können, werden einige dieser Werkzeuge in einer kleinen Serie hier im Lektorenblog vorgestellt. Obwohl es inzwischen viele digitale Tools gibt, haben die mechanischen noch nicht ausgedient. Wir starten die Runde mit dem wohl ungewöhnlichsten Tool, einer Schachuhr.

Von Erdmute Otto

Seit Jahr und Tag bin ich glücklich damit, meine Arbeitszeiten von einer Schachuhr zählen zu lassen, und zwar von einer mechanischen, die deutlich hörbar tickt. Das Ticken mag für manche unerträglich sein, aber in meinen Ohren klingt es angenehm. Eine auffällige Stille beim Arbeiten dagegen zeigt mir an, dass ich jetzt kein Geld verdiene! Also drücke ich schnell auf den Knopf, damit sie tickt. Oder bedaure, dass ich an etwas arbeiten muss, durch das ich nichts verdiene. Oder freue mich, dass ich gerade nicht für Geld arbeiten muss.

Warum ausgerechnet eine Schachuhr?

Gekauft hatte ich sie mir ursprünglich, damit ich die Minuten von zwei Aufträgen oder zwei unterschiedlichen Auftragsteilen bequem zählen kann, die ich während eines Tages abwechselnd bearbeite. Denn jede Schachuhr hat zwei Uhrwerke, von denen immer nur eines von beiden laufen kann, und eine Stellung, in der keines tickt. Sie zählt bis zu zwölf Stunden (danach geht’s wieder ab null weiter) und ungefähr minutengenau (ohne Sekundenzeiger), mehr brauche ich nicht. Ich mag es außerdem immer noch, dass mein Geldzählen unabhängig vom Computer funktioniert. Früher gab es ja noch mehr Aufträge auf Papier, die Kiste war daher oft gar nicht an, und das war auch gut so.

Nachteil: Wenn ich ein Telefonat mitzählen will, kann das Ticken für mein Gegenüber natürlich irritierend sein; also: Schachuhr ausmachen und die Zeit am Schluss vom Telefondisplay ablesen.

Hinweise für Auswahl und Kauf

Foto: Erdmute Otto

„Aufziehknopf mit Öse“, Foto: Erdmute Otto

Mein Exemplar muss mit der Hand aufgezogen werden, und der „Aufziehknopf mit Öse“ ist leider recht klein – das mag vielleicht für größere (Männer-)Finger zu unangenehm sein. Vor allem sollte man wohl besser gleich eine durchsichtige Schachuhr kaufen (meine ist aus Holz). So kann man von Anfang an darauf achten, dass man die Feder nicht zu stark anzieht, was leicht zu Problemen führt (ist mir passiert). Außerdem sollen die Uhrwerke gelegentlich vollständig ablaufen dürfen. Leider stand dies alles nicht im Begleitzettel meines Exemplars. Vor dem nächsten Kauf würde ich mich also lieber mündlich beraten lassen, worauf ich beim neuen „Haustierchen“ genau achten soll, damit es immer fein weiterläuft.

Fotos: (c) Erdmute Otto

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