narrativa in Frankfurt

Am 13. Mai findet in Frankfurt am Main die erste narrativa statt – eine Tagung für Autoren, Lektoren und Agenten. Der VFLL wird mit einem eigenen Stand vertreten sein, an dem unsere Kolleginnen Julia Hanauer, Veronika Licher und Kirsten Reimers Fragen beantworten werden und Interessierte mit Infomaterial versorgen können. Von 14 bis 16 Uhr gibt es die bewährte Lektoratssprechstunde für Autorinnen und Autoren.

Ich habe dem Organisator André Hille vorab ein paar Fragen gestellt.

Die narrativa beschäftigt sich mit „Aspekten, Techniken und neuen Formen des Erzählens“. Ist dies nur für Autorinnen und Autoren interessant, oder kann auch eine Lektorin oder ein Lektor von dem Thema profitieren?

Ja, natürlich. Denn die Lektoren wollen und sollen ja die Autoren beraten und orientieren. Insofern ist es für sie mindestens genauso notwendig, auf dem neusten Stand zu sein wie für Autorinnen und Autoren. Das Erzählen ist ja der „Gegenstand“ ihres gemeinsamen Arbeitens.

Wie werdet ihr den verschiedenen Ansprüchen gerecht?

Ich glaube, dass die Ansprüche im Kern gar nicht so verschieden sind. Ein Maler und sein Galerist etwa müssen sich auch in einer gemeinsamen Sprache über ihren Gegenstand, die Malerei, treffen; man braucht gemeinsame Begrifflichkeiten und verfolgt die aktuellen Entwicklungen. Autor und Lektor müssen sich in der Zusammenarbeit zum Beispiel darüber verständigen können, ob und wie man am besten multiperspektivisch erzählt oder was genau ein Klischee ist. Ich glaube, dass sich Autoren beim Überarbeiten ihrer Texte dieselben Gedanken machen wie ein Lektor und sich umgekehrt ein Lektor in die Intentionen und die Poetologie eines Autors hineinversetzen muss. Die narrativa setzt genau hier an: an der Schnittstelle zwischen Schreiben und Lektorieren.

Es wird die Möglichkeit für Autorinnen und Autoren geben, ihre Texte zu pitchen. Können sie sich vorher mit den anwesenden Lektorinnen und Lektoren beraten?

Der Tag ist ziemlich vollgepackt mit Input, aber natürlich soll am Rande auch Zeit für Gespräche und Austausch sein. Eine richtige Beratung wird es in dieser Form noch nicht geben. Aber wir arbeiten dran.

Wie muss die Veranstaltung laufen, damit du mit dem Gefühl nach Hause gehst, dass sie ein Erfolg war?

Mit circa 120 Teilnehmern ist sie für uns jetzt schon ein Erfolg und zeigt, dass das Konzept angenommen wird. Nun müssen wir unseren hohen Anspruch „nur“ noch einlösen. Die Teilnehmer sollen inspiriert, „up to date“ und bestenfalls mit einem kreativen Chaos im Kopf nach Hause gehen, das sich dann nach und nach lichtet.

Ist eine Wiederholung geplant?

Ja, die narrativa 2 wird am 2. Juni 2018 im Kloster Andechs bei München stattfinden.

Vielen Dank für das Interview, André. Wir sind gespannt auf die Berichte im Anschluss an die Tagung.

 

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